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So wird der Stundensatz einer Werkstatt berechnet
Der Stundensatz ist kein Preis, den man wählt, sondern eine Untergrenze, die man feststellt: alles, was die Werkstatt im Jahr kostet, geteilt durch die Stunden, die sie tatsächlich verkauft.
JahreskostenSumme aller Kostenposten der Werkstatt über 12 Monate
Abrechenbare Stundenproduktive Anwesenheitsstunden × Auslastungsgrad (oft 70 bis 80 %)
Mindest-StundensatzJahreskosten ÷ abrechenbare Stunden
Empfohlener StundensatzMindestsatz × (1 + Zielmarge ÷ 100)
Was jeder Begriff bedeutet
- Jahreskosten
- Alles, was die Werkstatt in einem Jahr kostet: Löhne inkl. Abgaben (Ihren eingeschlossen), Miete, Strom und Heizung, Werkzeug, Hebebühne, Diagnosegerät und Abos für technische Daten, Versicherungen, Steuerberater, Software, Abfallentsorgung. Alles kommt hinein – außer den Teilen, die separat weiterberechnet werden.
- Abrechenbare Stunden
- Die tatsächlich an den Kunden verkauften Stunden, nicht die Anwesenheitsstunden. Ein Mechaniker, der für 1 600 Std. im Jahr bezahlt wird, berechnet oft nur 1 200 bis 1 300: Empfang, Angebote, Teilesuche, Probefahrten, Aufräumen, Nacharbeiten auf Garantie.
- Mindest-Stundensatz
- Ihre stündliche Gewinnschwelle. Darunter macht Sie jede verkaufte Stunde ärmer, egal wie viel Arbeit hereinkommt.
- Zielmarge
- Was Sie auf die Untergrenze aufschlagen, um Gewinn zu erzielen und Investitionen zu finanzieren – 25 bis 40 % sind in der freien Werkstatt üblich.
Ein Rechenbeispiel: eine Werkstatt mit zwei Gesellen
Eine freie Werkstatt, zwei Mechaniker plus der Chef an der Werkbank. Das sind die vorausgefüllten Werte des Rechners.
- Löhne inkl. Abgaben (2 Mechaniker + Inhaber)= 70 000 €
- Miete der Werkstatt= 24 000 €
- Werkzeug, Hebebühne, Diagnosegerät, Abos= 16 000 €
- Versicherungen, Energie, Steuerberater, Sonstiges= 10 000 €
- Jahreskosten gesamt70 000 + 24 000 + 16 000 + 10 000 = 120 000 €
- Abrechenbare Stunden2 × 1 500 Std. Anwesenheit = 3 000 Std., bei 80 % Auslastung = 2 400 Std.
- Mindest-Stundensatz120 000 ÷ 2 400 = 50,00 €/Std.
- Empfohlener Satz, Marge 30 %50 × 1,30 = 65,00 €/Std.
Untergrenze 50 €/Std. · empfohlener Verkaufssatz 65 €/Std. netto.
Zwei Zahlen aus diesem Beispiel zum Merken. In dieser Werkstatt 45 €/Std. zu berechnen, heißt 5 € pro verkaufter Stunde zu verlieren, also 12 000 € im Jahr. Und wenn die Auslastung von 80 % auf 70 % fällt – 2 100 statt 2 400 Std. –, klettert die Untergrenze von allein auf 57,14 €/Std., ohne dass ein einziger Kostenposten gestiegen wäre: Unterauslastung kostet genauso viel wie eine Mieterhöhung. Die App Selbstkosten und Marge der Werkstatt verfolgt diesen Satz und die Marge jeder Reparatur im Lauf des Monats.
FAQ
Stundensatz Werkstatt: häufige Fragen
Stundensatz, abrechenbare Stunden, Marge auf Teile: die Richtwerte der Werkstatt.
Wie berechnet man den Stundensatz einer Werkstatt?
Teilen Sie die gesamten Jahreskosten der Werkstatt durch die Zahl der im Jahr tatsächlich berechneten Stunden. Beispiel: 120 000 € Kosten (Löhne inkl. Abgaben, Miete, Werkzeug, Versicherungen, Energie) ÷ 2 400 berechnete Std. = 50 €/Std. Kosten. Das ist die Untergrenze: Den angezeigten Satz erhalten Sie, indem Sie Ihre Marge hinzufügen, also 65 €/Std. mit 30 %. Die Teile gehen nicht in diese Rechnung ein, sie haben ihren eigenen Koeffizienten.
Wie viele abrechenbare Stunden pro Mechaniker und Jahr sollte man ansetzen?
Rechnen Sie mit 1 200 bis 1 600 abrechenbaren Stunden pro Mechaniker und Jahr, also 70 bis 80 % der Anwesenheitszeit. Der Rest geht in Kundenempfang, Angebote, Teilerecherche, Probefahrten, Reinigung des Arbeitsplatzes und Nacharbeiten auf Garantie. 1 800 Std. in der Rechnung anzusetzen, teilt Ihre Kosten künstlich herunter und liefert einen um ein gutes Drittel zu niedrigen Mindestsatz – der häufigste Fehler.
Welchen Stundensatz verlangt man in einer Werkstatt?
Die angezeigten Sätze liegen in einer freien Werkstatt üblicherweise zwischen 50 und 80 €/Std. netto und übersteigen 100 €/Std. beim Vertragshändler oder bei Premiummarken. Aber der Satz des Kollegen gegenüber sagt nichts über Ihre Lage: Wenn Ihre Kosten geteilt durch Ihre Stunden 62 €/Std. ergeben und Sie 55 €/Std. berechnen, weil das der Ortspreis ist, finanzieren Sie seine Kunden. Rechnen Sie zuerst, vergleichen Sie danach.
Muss man die Teile in die Stundensatz-Berechnung einbeziehen?
Nein. Die Teile werden eingekauft und dann mit ihrem eigenen Koeffizienten weiterberechnet – üblicherweise 1,3 bis 2 auf den Netto-Einkaufspreis, je nach Teilegruppe. Sie mit den Kosten zu vermischen, verfälscht alles: Der Stundensatz darf nur die Zeit und die Mittel der Werkstatt decken. Denken Sie aber immer pro Reparatur: Ein Nachlass auf die Teile muss über die Zeit aufgefangen werden, sonst dient Ihr Gewinn als Puffer.
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