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So wird der Preis eines Angebots berechnet
Ein faires Angebot geht immer von den Selbstkosten aus, nie vom Preis des Nachbarn. Zuerst addiert man alles, was die Baustelle kostet, dann fügt man die Marge hinzu – in dieser Reihenfolge.
MaterialkostenSumme, für jede Zeile, aus Menge × Einzelpreis netto
Arbeitgeplante Stunden × Stundensatz inkl. Abgaben
SelbstkostenMaterial + Arbeit + sonstige Kosten
NettoverkaufspreisSelbstkosten × (1 + Zielmarge ÷ 100)
BruttopreisNettoverkaufspreis × (1 + MwSt.-Satz ÷ 100)
Was jeder Begriff bedeutet
- Material
- Die tatsächlich verbauten Mengen, inklusive Verschnitt. Bei geradem Fliesenverlegen rechnen Sie 5 bis 10 % Bruch und Zuschnitt; bis zu 15 % bei diagonalem Verlegen oder in einem verwinkelten Raum.
- Stundensatz inkl. Abgaben
- Was Sie eine Arbeitsstunde wirklich kostet: Bruttolohn + Lohnnebenkosten + Fahrzeug, Werkzeug, Versicherungen und Fixkosten, umgelegt auf die abrechenbare Stunde. Das ist weder der Nettolohn noch der Satz, den Sie berechnen.
- Sonstige Kosten
- Alles, was weder Material noch Stunde ist: Gerätemiete, Container und Entsorgung, Verbrauchsmaterial, Kraftstoff, Baustellenparken.
- Zielmarge
- Der Prozentsatz, der auf die Selbstkosten aufgeschlagen wird. Achtung, Falle: 30 % Marge auf die Selbstkosten ergeben nicht 30 % vom Verkaufspreis, sondern 23 %.
- MwSt.
- In Frankreich gilt für die Renovierung einer seit mehr als zwei Jahren fertiggestellten Wohnung üblicherweise 10 %, für energetische Sanierungen 5,5 % und für Neubau 20 %. Der ermäßigte Satz setzt eine vom Kunden unterschriebene Bescheinigung voraus – prüfen Sie Ihren Fall mit Ihrem Steuerberater.
Ein Rechenbeispiel: 10 m² Fliesen
Ein zu fliesendes Badezimmer, Material und Verlegung. Das sind die vorausgefüllten Werte des Rechners.
- Fliesen: 10 m² zu 15 €/m²10 × 15 = 150 €
- Kleber, Fliesenkreuze, Fugenmasse= 150 €
- Material gesamt150 + 150 = 300 €
- Arbeit: 8 Std. zu 35 €/Std. inkl. Abgaben8 × 35 = 280 €
- Sonstige Kosten (Zuschnitt, Entsorgung)= 20 €
- Selbstkosten der Baustelle300 + 280 + 20 = 600 €
- Zielmarge 30 %600 × 1,30 = 780 € netto, davon 180 € Marge
- MwSt. 10 % (Renovierung)780 × 1,10 = 858 € brutto
780 € netto, also 78 € pro m² inklusive Material und Verlegung — 858 € brutto für den Kunden.
Der wahre Test kommt nach der Baustelle: Hat die Verlegung 10 statt 8 Stunden gedauert, steigen die Selbstkosten auf 670 € und die Marge fällt von 180 € auf 110 €, also 16 % statt 30 % – ohne dass sich ein einziger Preis geändert hätte. Die Zeit seiner Baustellen zu messen bringt mehr, als mit dem Baustoffhandel zu verhandeln. Die App Selbstkosten und Marge der Baustelle vergleicht Plan und Ist für Sie, Leistung für Leistung.
FAQ
Bauangebot: häufige Fragen
Angebot, Stundensatz, Marge, MwSt.: die Fragen, die auf der Baustelle immer wieder kommen.
Wie berechnet man den Preis für ein Bauangebot?
Addieren Sie das Material (inklusive Verschnitt), die geplanten Stunden multipliziert mit Ihrem Stundensatz inkl. Abgaben und die Baustellenkosten: So erhalten Sie die Selbstkosten. Multiplizieren Sie diese dann mit (1 + Ihre Marge). Beispiel: 300 € Material + 280 € Arbeit + 20 € Kosten = 600 € Selbstkosten, also 780 € netto mit 30 % Marge. Gehen Sie nie von einem bei einem Kollegen abgeschauten m²-Preis aus: Seine Kosten sind nicht Ihre.
Wie berechne ich meinen Stundensatz als Einzelhandwerker?
Teilen Sie Ihre gesamten Jahreskosten durch Ihre wirklich abrechenbaren Stunden. Rechnen Sie mit 1 300 bis 1 500 abrechenbaren Stunden pro Jahr, nicht 1 800: Angebote, Aufmaße, Fahrten, Kundendienst und Verwaltung werden nicht berechnet. Beispiel: 48 000 € Jahreskosten (Vergütung inkl. Abgaben, Fahrzeug, Versicherungen, Werkzeug, Räume, Steuerberater) ÷ 1 400 Std. ≈ 34 €/Std. Das ist Ihre Untergrenze, vor Marge und vor Gewinn.
Welche Marge sollte man auf ein Bauangebot ansetzen?
In der Praxis streben viele Handwerker 20 bis 35 % Marge auf die Selbstkosten an, plus 10 bis 30 % zusätzliche Marge auf das gelieferte Material. Der richtige Wert hängt von Ihrem Gewerk, Ihrer Auftragslage und dem Risiko der Baustelle ab: Ein technisches Gewerk in der Kernsanierung rechtfertigt mehr als eine einfache Verlegung im Neubau. Wichtig ist, ihn bewusst festzulegen und am Ende die tatsächlich erzielte Marge zu prüfen.
Welcher MwSt.-Satz gilt für ein Renovierungsangebot?
In Frankreich bestehen im Bauwesen drei Sätze nebeneinander: 20 % für Neubau und Arbeiten außerhalb des Anwendungsbereichs, 10 % für Instandhaltung und Renovierung einer seit mehr als zwei Jahren fertiggestellten Wohnung und 5,5 % für Arbeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz und die damit verbundenen Arbeiten. Die ermäßigten Sätze gelten gegen Vorlage einer vom Kunden unterschriebenen Bescheinigung und decken weder große Anlagen noch die reine Materiallieferung ab. Im Zweifel entscheidet Ihr Steuerberater.
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